Argument 4: Reallöhne

Bereits seit Anfang der 90er Jahre sehen wir in ganz Europa eine starke Ungleichverteilung wirtschaftlicher Gewinne auf Kosten der Arbeitsbevölkerung. In der ökonomischen Theorie geht man davon aus, dass sowohl der Einsatz von Arbeit als auch der von Kapital entsprechend der geleisteten Produktivität abgegolten werden sollen. In Realität geht die Spanne zwischen der ständig steigenden Produktivität der ArbeiterInnen und Angestellten und ihrer stagnierenden Entlohnung seit den 90ern allerdings mehr als rasant auseinander. Zusätzlich dazu wurden in der Krise viele Stellen abgebaut, die bis jetzt nicht mehr nachbesetzt wurden. Während dadurch die Gewinnspannen großer Unternehmen nach oben schnellen, werden parallel dazu immer mehr Menschen in prekäre Beschäftigungsverhältnisse gedrängt oder brennen auf Grund der Belastung in ihren Vollzeitjobs aus.

 

Die Menschen haben schon lange ein Recht auf höhere Löhne, die ihrer Produktivität entsprechen. Lange genug haben sie zugesehen, wie ihnen immer weitere Einschnitte in ihre Arbeitsrechte als wachstumsfördernd verkauft wurden. Die Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden bei gleichem Lohnkann diesen Trend gleich zweifach umkehren. Erstens führt sie zu der lang überfälligen Entlohnung bisheriger Produktivitätsgewinne. Zweitens mildert sie den Angebotsdruck am Arbeitsmarkt und damit auch die krasse Dichotomie zwischen den einerseits zunehmend überarbeiteten Erwerbstätigen und den daneben unbeschäftigten Arbeitslosen.

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